Tag 16: 25. August 2019
Doch noch Göteborg
Die letzten Tage an der Westküste waren unglaublich schön und wir hätten natürlich noch bleiben können, anstatt heute Morgen nach dem Frühstück die Weiterreise anzutreten. Die Idee mit dem Abstecher nach Göteborg war alleine auf meinem Mist gewachsen und ich konnte nur hoffen, dass das Wetter mitspielen und mein Plan allen Spaß machen würde.
Alle funktionierten wie am Schnürchen. Die Kinder verschwanden völlig freiwillig im genau richtigen Moment zum Spielplatz, um uns nicht im Weg zu stehen. Hilfreich war der Umstand, dass das Lieblingsspielgerät, eine Art Karussell für zwei, gerade frei war.
Ein wirklich spaßiges Teil war das. Kind 1 hängt am Boden an einem der beiden Arme, stößt sich vom Boden ab und schickt gleichzeitig Kind 2, zuvor in vielleicht 2 m Höhe am anderen Arm hängend, nach unten. Dieses stößt sich ebenfalls ab und zusätzlich zu einer reinen Wipp-Bewegung dreht sich das Ganze auch noch im Kreis. Eine anstrengende Riesengaudi.
Meinereiner schnappte sich das Frühstücksgeschirr und peilte die mir zugeordnete Spielkü... ehm Spülküche an.
Tatsächlich war auch hier ein witziges feature zu finden: in Schweden ist es nämlich nicht unüblich, neben den aufgereihten Handspülplätzen auch die eine oder andere Spülmaschine zu finden.
"Wummernd-dampfender Turbowürfel" beschreibt das Teil deutlich besser. Ein- und Ausräumen dauert gern mal länger als das 3 Minuten "hex-hex" Programm, nach dessen Ablauf unmittelbar geöffnet und das dampfende Geschirr recht sauber entnommen wird.
Frau und Kinder hatten ihren Spaß und Markus blieben die 394 beschmeidig aufeinander abgestimmten Handgriffe, die es braucht, um ein stabil stehendes und waagerecht austariertes Miniappartment nebst drumherumstehender Stühle, Tische, Fahrräder und Grill in einen wendigen und verkehrssicheren Anhänger zu verwandeln.
Mit diesem im Schlepptau ging´s Richtung Norden, eine Weile noch am Meer entlang mit Blick aufs glitzernde Wasser. Dann bog die Straße ins Landesinnere ab und prompt tönte aus der hinteren Reihe die Aufforderung, ein Unterhaltungsprogramm zu starten.
Nichts lieber als das, war es doch längst nicht mehr klar, wer von uns neugieriger war auf die Fortsetzung der wunderbaren Geschichte "Ferien auf Saltkråkan".
Nach gut 1.5 Stunden näherten wir uns Göteborg und machten zum ersten Mal in diesem Urlaub die Erfahrung, an der Rezeption abgewiesen zu werden. Das heißt, für eine Nacht hätten sie uns auf dem schön am Strand gelegenen Platz genommen, aber anschließend schlossen sie hier für diese Saison die Tore. Mit der Empfehlung für eine recht zentral gelegene Alternative mussten wir den Rückzug antreten.
Dafür erlebten wir wenig später ein Déja vue. Die letzten km kamen mir schon seltsam bekannt vor und als die Einfahrt zum Campingplatz sichtbar wurde, war ich mir sicher: das war unser Platz von vor 6 Jahren! Selbst Luzi erkannte einzelne Details wieder. Damit war praktisch entschieden, dass wir gleich noch in die Stadt radeln, den Weg kannten wir ja.
Diesmal war es halt ein wenig spannender. Mit selbst fahrenden Kindern in der Großstadt radeln, das haben wir noch nicht so oft gemacht. Göteborg kam uns allerdings enorm entgegen, es gab überall, also wirklich überall super Radwege. Ein besonderes Schmankerl stellte der von einer eigenen Allee gesäumte Zweiradler-Prachtweg dar, eingebettet zwischen die Fahrbahnen der PKW. Hier rollt man privilegiert!
Als Ziel lockte uns heute "Café Husaren", das eine ganz einzigartige Köstlichkeit anbietet. Zimtschnecken. Zunächst nicht ungewöhnlich für Schweden.
Hier handelte es sich allerdings um die Oktoberfestbrezn Variante der Zimtschnecken. Auch für Einheimische ein Grund, dort hin zu gehen.
Wieder bei Kräften zog es uns noch an den Hafen, dem wir auch beim letzten Mal einen Besuch abgestattet hatten.
Diesmal war es halt ein wenig spannender. Mit selbst fahrenden Kindern in der Großstadt radeln, das haben wir noch nicht so oft gemacht. Göteborg kam uns allerdings enorm entgegen, es gab überall, also wirklich überall super Radwege. Ein besonderes Schmankerl stellte der von einer eigenen Allee gesäumte Zweiradler-Prachtweg dar, eingebettet zwischen die Fahrbahnen der PKW. Hier rollt man privilegiert!
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| Café Husaren in Göteborg |
Hier handelte es sich allerdings um die Oktoberfestbrezn Variante der Zimtschnecken. Auch für Einheimische ein Grund, dort hin zu gehen.
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| Warum teilen? ... |
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| .... weil es noch soooo viele andere Leckereien dort gab |
Das Café Husaren liegt im Haga-Viertel der Stadt. Ein gemütlich-entspanntes Viertel. Vor über 300 Jahren war Haga die erste Vorstadt Göteborgs, lange Zeit ein Arbeiterviertel mit zweifelhaftem Ruf. Heute umfängt den Besucher die Atmosphäre des 19. Jahrhunderts mit hübschen Wohnhäusern und pittoresken Cafés. Darüber hinaus ist kaum Autoverkehr vorhanden und es lässt sich hervorragend bummeln und in die Schaufenster der schön dekorierten kleinen Boutiquen schauen. Vor allem wenn man am Sonntag dort ist und die kleinen Läden geschlossen haben.
Wir saßen draußen an diesem heißen Tag, schlemmten, sahen den großen Seemöwen zu, wie sie durch die Gässchen schwebten und von oben auf uns herunterblickten.
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| Sieht ganz entspannt aus so weit |
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| es besteht aber immer ein Risiko, dass Leckerbissen geklaut werden |
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| Drinnen ließe es sich auch aushalten |
Unterwegs zog Luzi den Froschkönig aus einem Brunnen - dieses Kind findet IMMER etwas!
Luzi klagte ein wenig über Kopfschmerzen, ich setzte mich mit ihr auf ein sonniges Mäuerchen am Wasser, sie kuschelte sich auf meinen Schoß und genoss eine sanfte Kopfmassage.
Wir sahen den Jetski-Piloten zu, testosteronstrotzenden Möchtegern-Aufreißern, von denen es einem tatsächlich gelang, seine Begleiterin über Bord gehen zu lassen. Als sie wieder aus dem Wasser krabbelte war ich überzeugt, sie würde ihm eine knallen, wurde aber enttäuscht.
Die Jungs spazierten derweil am Hafen entlang.
Kurz nach dieser Aufnahme tauschten wir Kinder und ich zog mit Ferdi durch ein nahegelegenes Einkaufszentrum auf der dringenden Suche nach einer Toilette. Ein nicht ganz einfach zu realisierendes Unterfangen, sonntags kurz nach Ladenschluss auch der in Schweden geöffneten Läden und wegen Reparatur geschlossener öffentlicher Toiletten. An dieser Stelle: Dank an Mc D. für die Rettung!
Der Rückweg bergauf forderte Mamas Motivationsfähigkeiten im "Mädelsteam", doch spätestens als der Papa drauf und dran war, am Campingplatzeingang vorbei zu radeln und von Ferdi gerade noch gestoppt werden konnte, kehrten auch bei Luzi mit dem Lachen ausreichend Kräfte zurück, um es die letzten Meter noch zu schaffen - und sogar für eine ausgiebige Tanzperformance nach dem Abendessen!
Markus hatte heute, durch das "Roxette-Hotel" in Tylösand inspieriert, ein Roxette-Album heruntergeladen und die Kinder sprangen total darauf an!














