Tag 7: 16. August 2019
- mit Verspätung, da heute (24. August) die Hitze, der laut nach mir rufende Strand, die tiefblaue Nordsee und ein Minigolfmatch meine volle Aufmerksamkeit bzw. Kraft forderte -
Sonne, Strampeln, schwedische Spießer
Zur Auswahl an diesem schönen Spätsommertag standen:
a) Wandern im Stenshuvud-Nationalpark
b) eine Radltour nach Kivik (einfach 15 km)
Luzia war ob der drohenden Wanderung ganz plötzlich hochmotiviert, aufs Fahrrad zu steigen. Der Rest stimmte zu, und so strampelten wir die Südküste Richtung Norden. Kivik ist eines der hübschen Fischerdörfer in Österlen und darüber hinaus eine Art Apfelhauptstadt und ich hatte etliche Empfehlungen für einen Besuch dort gelesen.
Der Fahrradweg führte größtenteils entlang der Straße, die man auch mit dem Auto nach Kivik fahren würde. Ein Stück sogar durchs Landesinnere, da der sich bis zur Küste erstreckende Nationalpark Stenshuvud umfahren werden musste.
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| Vor Svinaberga |
Erst ein Stückchen vor Svinaberga (einem winzigen, mir bereit bekannten Ort, da dort auf einem sehr schönen Hof damals die Hochzeit meines Freundes gefeiert wurde) bog der Radlweg auf kleinere Wege, Wald und Nebenstraßen ab.
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| So ein bisserl schaut's aus, als hätte man hier die Mauer gebaut und zum Schluss festgestellt, dass man ja auch irgendwo hinein möchte... |
Wir erreichten Kivik ohne ernsthafteres Gequengel, obwohl die Kinder noch bei uns waren! Luzi hatte sich einige Steigungen sehr tapfer hochgestrampelt und war zu Recht ein bisschen stolz auf sich. Ferdi auf seinem (eigentlich erst Geburtstags-) Mountainbike rockte Asphalt wie Offroadtracks wie ein Alter. Ein wunderbarer Anblick!
In Kivik landeten wir gleich am Hafen, entdeckten einen netten Spielplatz und einen Picknicktisch gleich daneben. Nach der Brotzeit wurden Spielplatz und Hafenmauer, eine Entenfamilie sowie die Klettertauglichkeit der zum Meer hin aufgehäuften Felsen untersucht.
Auf der von der Sonne gewärmten Mauer ließ sich ein angenehmes Mittagsnickerchen bei Meeresrauschen halten, es war alles perfekt.
Bis ich dazu aufrief, nun doch mal das malerische Fischerdörfchen, die schnuckeligen Gässchen, die bezaubernde Altstadt zu erkunden. Jo, kann man machen. Wenn man sie denn findet. Es klingt vermutlich etwas seltsam, aber es war nicht möglich, eine Art Ortszentrum zu finden. Ich schleppte meine sich mehr und mehr sträubende Familie kreuz und quer und wie sich später herausstellte viel zu weit vom Hafen entfernt durch die Straßen. Die Gässchen, Häuschen und Gärtchen begannen direkt am Hafen! Zugegebenermaßen in der Tat sehr malerisch.
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| Hafen von Kivik |
Auf der von der Sonne gewärmten Mauer ließ sich ein angenehmes Mittagsnickerchen bei Meeresrauschen halten, es war alles perfekt.
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| Kleine Meerjungfrau |
Bis ich dazu aufrief, nun doch mal das malerische Fischerdörfchen, die schnuckeligen Gässchen, die bezaubernde Altstadt zu erkunden. Jo, kann man machen. Wenn man sie denn findet. Es klingt vermutlich etwas seltsam, aber es war nicht möglich, eine Art Ortszentrum zu finden. Ich schleppte meine sich mehr und mehr sträubende Familie kreuz und quer und wie sich später herausstellte viel zu weit vom Hafen entfernt durch die Straßen. Die Gässchen, Häuschen und Gärtchen begannen direkt am Hafen! Zugegebenermaßen in der Tat sehr malerisch.

Einen weiteren zentralen Tagesordnungspunkt stellte die obligatorische Eispause dar. Die Wahl fiel auf einen mitten auf der Wiese stehenden quietschroten Eiswagen, natürlich am Hafen, wo sich hier anscheinend alles von Interesse abspielt.
Inhaber, Eiscreateur und Verkäufer in Personalunion ist hier ein älterer Mann, der nach ein paar englischen Sätzen sein Schuldeutsch auspackte, das er angeblich 50 Jahre zuvor gelernt hat. Ich möchte mich 50 Jahre nach der Schule bitte auch an so Vieles erinnern! Er erzählte, dass er die Schokolade aus Lübeck bezieht, die Erdbeersorte im „Jordgubb-Glass“ „Rumba“ heißt, und wir erfuhren auch, dass Sahne und Milch von lokalen Höfen um Kivik herum stammen. Es schmeckte auch noch hervorragend, selbst das „Salzkaramell-mit-Lakritz“ Eis, an das nur ich mich herantraute. „Cheesecake“ dagegen überzeugte alle.
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| Kiviks Glass |
Inhaber, Eiscreateur und Verkäufer in Personalunion ist hier ein älterer Mann, der nach ein paar englischen Sätzen sein Schuldeutsch auspackte, das er angeblich 50 Jahre zuvor gelernt hat. Ich möchte mich 50 Jahre nach der Schule bitte auch an so Vieles erinnern! Er erzählte, dass er die Schokolade aus Lübeck bezieht, die Erdbeersorte im „Jordgubb-Glass“ „Rumba“ heißt, und wir erfuhren auch, dass Sahne und Milch von lokalen Höfen um Kivik herum stammen. Es schmeckte auch noch hervorragend, selbst das „Salzkaramell-mit-Lakritz“ Eis, an das nur ich mich herantraute. „Cheesecake“ dagegen überzeugte alle.
Der Heimweg verlief ebenfalls problemlos, Luzi und ich bildeten die „Mädelstruppe“, ließen meist die Jungs vorausdüsen und fuhren Luzis Tempo.
Das funktionierte prima, bis sie sich bei einer Pause von Ferdi dazu hinreißen ließ, mit mir voraus und den Männern auf und davon zu fahren. Dieses „mir tun die Beine weh“, „ich schaff das nicht“, „das ist mir zu anstrenged“ - Kind trat in die Pedale wie ein Tour de France Fahrer und wir hielten ein paar Kilometer einen ordentlichen Vorsprung. Markus zeigte sich mächtig beeindruckt und Luzia glühte vor Stolz.
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| Dramatische Landschaft. Es blieb aber trocken. |
Das funktionierte prima, bis sie sich bei einer Pause von Ferdi dazu hinreißen ließ, mit mir voraus und den Männern auf und davon zu fahren. Dieses „mir tun die Beine weh“, „ich schaff das nicht“, „das ist mir zu anstrenged“ - Kind trat in die Pedale wie ein Tour de France Fahrer und wir hielten ein paar Kilometer einen ordentlichen Vorsprung. Markus zeigte sich mächtig beeindruckt und Luzia glühte vor Stolz.
Durch diese wilde Hatz kamen wir gut voran und schon tauchten Meer und „unser“ Strand vor uns auf.
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| Fast daheim |
Für ein kurzes Untertauchen im Meer reichte es bei mir heute noch, für eine ausgiebigere Schwimmrunde war es dann doch schon zu kühl...vor allem bei all den frostigen Blicken, die wir von der – so hatten wir sie getauft - „Kabe-Truppe“ zugeworfen bekamen.
Es war nämlich so: gestern gab es rund um unseren Stellplatz viel freie Fläche, so dass es sich anbot, unser Auto nicht auf unseren Platz dazuzuquetschen, sondern es auf einen freien Platz zu stellen. Als dieser noch gestern bezogen wurde, signalisierte der neue Nachbar, dass das schon so passe und wir stehen bleiben sollten.
Nun kamen wir nach unserer Radltour zurück und Markus wurde sogleich von einem Rentner, der sich mit Frau und Kabe-Caravan (eine schwedische Marke besserer Qualität) uns gegenüber eingerichtet hatte. Ein weiterer Kabe-Caravan stand daneben und diesem nahmen wir den Stellplatz weg. Die zwei gehörten zusammen – die Kabe-Truppe.
Spießer-Camper wie sie im Buche stehen, Gott sei Dank keine Deutschen, sondern Schweden.
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| Die Kabe-Truppe |
Spießer-Camper wie sie im Buche stehen, Gott sei Dank keine Deutschen, sondern Schweden.
Wann immer Markus an ihnen vorbeiging, warf die von ihm so getaufte „Quadratschachtel“ ihm eisige Todesblicke zu. Unsere Beziehung entwickelte sich dann aber doch relativ flott auf „God Morgon“ (Guten Morgen) bzw. „Hej“ (Hallo) Niveau.
Auch die Familie bzw. das Familienoberhaupt der Camper hinter uns war für Unterhaltung gut. Um an den Frischwasserhahn zu kommen, konnten wir von unserem Platz direkt durch eine kleine Hecke an den Hahn gelangen. Der offizielle Weg führte um „unsere“ Hecke und von der Straße aus zum Wasser.
Besagter Nachbar latschte hingegen seelenruhig bei uns durch, also praktisch über unsere Terrasse und unseren Vorgarten. Selbst Markus, der ja nun auch nicht gerade ein Musterknabe ist was die Einhaltung von (un)geschriebenen Regeln angeht, zeigte sich irritiert. Nach einer Weile steckte er mir, dass er die Parkposition unserer Fahrräder Stück für Stück dahingehend verändert hat, dass die Durchquerung sich für den lieben Nachbarn mühsamer gestaltete. Mal sehen, wie viel es brauchte, um ihn umzulenken. Wir spannen die Idee weiter und sahen uns bereits mit einem Kaltgetränk und Bewertungstäfelchen vor dem Wohnwagen sitzen und Haltungsnoten für den Herrn Nachbarn bei der Bewältigung des Parcours zu vergeben.
Ein abendlicher Spaziergang der ganzen Familie am Strand bis Simrishamn beschloss diesen schönen Tag.
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| Untersuchung einer am Strand angespülten Qualle |















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