Tag 8: 17. August 2019
Stenshuvud Nationalpark
Zur Auswahl an diesem schönen Spätsommertag standen:
a) Wandern im Stenshuvud-Nationalpark
b) kein b, weil b ja schon gestern war
Mein erstes Highlight des Tages war ein kleines, blondes, schwedisches Mädchen im Duschbereich der Damen. Zunächst sah ich sie nicht, da sie mit ihrer Mama noch in der Kabine war. Aber ich hörte sie. Ich hörte sie singen. Ich hörte sie das Pippi Långstrumpf Lied singen. Genau genommen das: „Här kommer Pippi Långstrump, tjolahopp, tjolahej, tjolahppsan sa. Här kommer Pippi Langstrump, ja här kommer faktisk jag.“
Mit einer zauberhaften Kleinmädchenstimme.
Und dann kam sie aus der Dusche und war in ein Pippi-Handtuch gewickelt. Und lächelte mich an, nach wie vor singend.
Ich kratzte ein paar schwedische Worte zusammen und bedankte mich bei ihr für das schöne Lied. Und ging mit einem Lächeln zurück zum Wohnwagen.
Bis wir zum heutigen Ausflug aufbrachen hatten wir noch zwei Gelegenheiten, unsere guten Taten für heute zu erledigen. Mehrere Gruppen Teenager bewegten sich mehr oder weniger zielgerichtet über den Platz. Eine Truppe hielt mich auf und erklärte, dass sie für einen Wettbewerb mehrere Aufgaben zu erledigen hätten, eine davon sei ein Selfie mit einer Rothaarigen. Schwupps, schon wurde ich „geselfied“, auch nach meinem Geständnis, die Farbe sei mittlerweile nicht mehr so ganz natürlich („nobody will notice“).
Kurz darauf, wir hockten gerade drinnen und futterten, kam eine weitere Truppe mit dem gleichen Spruch, diesmal allerdings mit der Bitte um eine Tasse Kaffee. Wir vertrösteten sie 15 Minuten, dann konnten sie sich ihren Becher abholen und er wurde tatsächlich gespült etwas später wieder zurück gebracht.
Der eigentliche Plan heute hieß jedoch: Wandern im Stenshuvud Nationalpark, an dem wir ja gestern bereits mit dem Fahrrad vorbei gefahren waren
Stenshuvud bedeutet „Steinernes Haupt“ und bezieht sich auf den fast 100m hohen Berg, der schon ewig einen Orientierungspunkt für Seefahrer darstellt.
Zunächst besuchten wir das Informationszentrum mit einer anschaulich und interaktiv gestalteten Ausstellung zu den Tieren und Pflanzen des Parkes.
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| Besucherzentrum |
10-fach vergößerte Modelle der eher kleineren, leicht zu übersehenden Tierwelt werden hier gezeigt, Vogel- und Froschstimmen können abgespielt werden, Tierfährten erraten und ein Film über die Unterwasserwelt des hiesigen Strandabschnittes angesehen werden. Alleine die zig verschiedenen Hummelarten, die hier leben, füllen ein ganzes Plakat.
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| Riesenschnecke |
Wanderwege führen zu ganz unterschiedlichen Landschaften im Park. Es gibt Bereiche, in denen seltene Orchideen gedeihen, sumpfige Waldgebiete, den Pfad auf den „Stenshuvud“ mit einer schönen Aussicht und noch einige mehr.
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| Ein paar Sekunden bevor die Hummel den Marienkäfer von der Blüte fegt |
Wir wanderten zunächst auf den Berg, durch einen mit Flechten bewachsenen Buchenwald, kühlten uns auf 100m über dem Meeresspiegel im Wind ein wenig ab und genossen den Blick.
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| Fisch und Sanduhr als Wegmarken. Prangen jetzt zu Hunderten im Park. |
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| Auf dem Gipfel |
Hinunter wählten wir einen Weg vorbei an unzähligen moosbewachsenen, kugeligen Felsen. Der Vergleich mit der Szene aus „Die Eiskönigin“, in der Christoph seine „Familie“, die Trolle, besucht, drängte sich geradezu auf.
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| Versteinerte Trolle? |
Ich wartete förmlich darauf, dass die grünbewachsenen Steine zu wackeln begannen und sich verwandelten.
Weiter ging es über hölzerne Stege durch einen sumpfigen Abschnitt. Luzi und ich hielten praktisch an jedem Käfer, Frosch oder auch an Schnecken, denen eine solche Aufmerksamkeit zu Hause niemals zu Teil werden würde.
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| Sonst Störenfried im Garten, heute mal im Rampenlicht |
Die Jungs fingen an sich mit Versuchen uns zu erschrecken die Zeit zu vertreiben. Dies gelang zunächst. Einmal linkte uns Ferdi ohne mit der Wimper zu zucken: „Der Papa ist schon vorgegangen“. Und dann sprang Markus plötzlich hinter einem Baum hervor.
Wir Mädels wurden vorsichtiger und durchschauten den nächsten Plan. Da kam ein zu schöner, ausreichend großer Felsen in Sicht! Wir schlichen uns an und umrundeten das Versteck von der anderen Seite. Mit einem lauten „Buhuuu“ sprang Luzi den Jungs quasi in den Rücken, was Markus vor Schreck zum Umfallen brachte. Yeah!
Zum Schluss besuchten wir noch den Strand, an dem nicht nur wunderbar feiner Sand zu finden war sondern auch Kiesel in allen möglichen Größen, wie geschaffen um damit zu bauen.
Luzi und Ferdi waren in ihrem Element, bauten zunächst an jeweils eigenen Projekten, taten sich aber schließlich zusammen und bastelten an einem gemeinsamen Werk, einer Feuerstelle-mit-Steinturm-und-Sonnenstrahlen.
Tja, und da war wieder ein Tag vorbei, wieder schöne Momente gesammelt, gespielt, gelaufen, gehüpft und gelacht.
Und gezauberwürfelt. Das neue Familienhobby. Seitdem Olivia, die älteste Tochter unserer schwedischen Freunde, bei deren Besuch bei uns vor ein paar Wochen den Würfel mal eben so löste, haben unsere Kinder angebissen. Na gut, ich auch. Vor allem Ferdi stellt sich unheimlich geschickt an damit. Ich versuche angestrengt, einen Vorsprung zu halten, um ihm die Kombinationen beibringen zu können, da er ja noch nicht lesen kann. Luzi hält ebenfalls gut mit und Markus arbeitet daran, die zwei Minuten, die er angeblich „damals“ benötigte, wieder zu reproduzieren.
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| Zauberwürfel bezwingen |













ooohhh, das sieht wirklich aus wie bei den Trollen aus "Frozen! Sehr hübsch.
ReplyDeleteUnd das Bauwerk von Ferdi und Luzi ist auch wunderschön geworden!