Tag 2: 11. August 2019:
Spontanes Treffen in Sülfeld und ein Hauch von Lübeck
Kurz nachdem wir es uns gegen 10:30h wieder auf der A7 gemütlich gemacht hatten, versuchte ich, unsere erste Pause in die Wege zu leiten.
Hier muss ich kurz ausholen. Vor einem Jahr hatte ich mich entschieden, an einem Coaching teilzunehmen, das sich speziell an Frauen in der Zwickmühle zwischen Familie und Beruf richtete. Im Zuge dieses genialen, rein online stattfindenden Coachings lernte ich einige unheimlich beeindruckende Frauen kennen. Eine durfte ich bereits im vergangenen Herbst persönlich drücken, eine weitere konnte vielleicht heute dazu kommen.
Unser Weg führte uns fast an ihr vorbei, nur ein kleiner Schlenker...und wir hatten vor Wochen schon einmal locker drüber gesprochen, dass ich mich melde, falls wir wirklich nach Schweden fahren und es rein passt. Jo, es dauerte nicht lange, da kam eine begeisterte Antwort und wir fuhren also nach Sülfeld!
Es ist schwer zu beschreiben, wie schön das war, diese Wahnsinnsfrau, von der ich so viele sehr persönliche Dinge weiß (und vice versa) durch die zum Coaching gehörenden Gruppencalls, in die Arme zu schließen und sie "richtig" kennen zu lernen. Auch ihr Mann und einer der Söhne waren da und wir hatten einen dermaßen lustig-entspannten Kaffeeklatsch! Es stand sogar ein noch warmer Apfelkuchen auf dem Tisch, der ursprünglich für die Nachbarn, die sich um 15h zum Kaffee angesagt hatten, gebacken worden war. Die würden uns halt dann hassen...nein, wir haben sogar mehr als die Hälfte übrig gelassen, obwohl er unglaublich gut schmeckte.
Dieses kurze aber intensive Treffen wirkte noch den ganzen Tag nach.
Wir beschlossen spontan, nicht groß Strecke zu machen heute sondern die Gelegenheit wahr zu nehmen und uns Lübeck ein wenig zu erlaufen. Nur 4 km vom Holstentor entfernt bezogen wir einen Campingplatz und radelten in die Stadt.
Es ist schwer zu beschreiben, wie schön das war, diese Wahnsinnsfrau, von der ich so viele sehr persönliche Dinge weiß (und vice versa) durch die zum Coaching gehörenden Gruppencalls, in die Arme zu schließen und sie "richtig" kennen zu lernen. Auch ihr Mann und einer der Söhne waren da und wir hatten einen dermaßen lustig-entspannten Kaffeeklatsch! Es stand sogar ein noch warmer Apfelkuchen auf dem Tisch, der ursprünglich für die Nachbarn, die sich um 15h zum Kaffee angesagt hatten, gebacken worden war. Die würden uns halt dann hassen...nein, wir haben sogar mehr als die Hälfte übrig gelassen, obwohl er unglaublich gut schmeckte.
Dieses kurze aber intensive Treffen wirkte noch den ganzen Tag nach.
Wir beschlossen spontan, nicht groß Strecke zu machen heute sondern die Gelegenheit wahr zu nehmen und uns Lübeck ein wenig zu erlaufen. Nur 4 km vom Holstentor entfernt bezogen wir einen Campingplatz und radelten in die Stadt.
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| Holstentor in Lübeck. Sieht nicht nur schief aus, ist auch schief. |
Der Stadtplan, der uns an der Rezeption in die Hand gedrückt worden war, erläuterte eine Reihe an Sehenswürdigkeiten, unter denen mir die sogenannten "Gänge" und "Höfe" aufgefallen waren. Da kein anderes Familienmitglied mit konkreten Zielen in der Stadt aufwartete, schleppte ich Mann und Mäuse durch ein paar Gänge.
Was ist denn nun so ein Gang?
Im Mittelalter wurde in der Altstadt der Wohnraum knapp, kurzer Hand wurden Gänge durch die Häuser gebrochen, damit die Hinterhöfe erschlossen und dort "Buden" errichtet. Winzige Behausungen mit oft nur einem Zimmer.Die Anzahl dieser Buden und wie viele Menschen ein Hausbesitzer auf seinen Grund pferchte, blieb ihm überlassen. Ein wunderbarer Ausgangspunkt für Ausbeuterei und Mietwucher. Den sowieso schon Ärmeren, die in solche Behausungen zogen, wurde auch noch die letzte Münze aus dem Geldbeutel gezogen.
Eine Vorschrift gab es aber wohl: die Gänge mussten mindestens Sargbreite haben...
Den "Höfen" dagegen lagen Stiftungen reicher Lübecker Bürger zu Grunde, die den Ärmsten der Armen Wohnraum sichern sollten. Die Höfe haben meist auffallende, schön verzierte Tore zur Straße hin, weiten sich zu einem großzügigen Innenhof mit z.B. einem Baum in der Mitte, und drumherum reihen sich die Häuschen. Es ist auch heute noch so, dass durch diese Stiftungen z.B. Witwen, Pensionärinnen in den Genuß bezahlbaren, zentralen Wohnraumes kommen.
Wir haben bei unserem Spaziergang heute sowohl die Gänge wie auch die Höfe als liebevoll hergerichtete und üppig bepflanzte Wohlfühlinseln wahrgenommen, dort zu wohnen ist heute ein Traum und die Zustände im Mittelalter kaum vorstellbar.
Unser Bummel führte uns nach einem Eis-Stop noch zum Rathaus, einem beeindruckend großen, etwas düsteren und bei genauerem Hinsehen recht schiefen Bauwerk.
Danke Lübeck, das war ein sehr schöner Nachmittag!
Was ist denn nun so ein Gang?
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| Die noch erhaltenen Gänge sind beschildert und meist für Besucher offen |
Im Mittelalter wurde in der Altstadt der Wohnraum knapp, kurzer Hand wurden Gänge durch die Häuser gebrochen, damit die Hinterhöfe erschlossen und dort "Buden" errichtet. Winzige Behausungen mit oft nur einem Zimmer.Die Anzahl dieser Buden und wie viele Menschen ein Hausbesitzer auf seinen Grund pferchte, blieb ihm überlassen. Ein wunderbarer Ausgangspunkt für Ausbeuterei und Mietwucher. Den sowieso schon Ärmeren, die in solche Behausungen zogen, wurde auch noch die letzte Münze aus dem Geldbeutel gezogen.
Eine Vorschrift gab es aber wohl: die Gänge mussten mindestens Sargbreite haben...
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| Gang. |
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| Heute: hübsche kleine Häuschen statt hölzerner Mini-Buden |
Den "Höfen" dagegen lagen Stiftungen reicher Lübecker Bürger zu Grunde, die den Ärmsten der Armen Wohnraum sichern sollten. Die Höfe haben meist auffallende, schön verzierte Tore zur Straße hin, weiten sich zu einem großzügigen Innenhof mit z.B. einem Baum in der Mitte, und drumherum reihen sich die Häuschen. Es ist auch heute noch so, dass durch diese Stiftungen z.B. Witwen, Pensionärinnen in den Genuß bezahlbaren, zentralen Wohnraumes kommen.
Wir haben bei unserem Spaziergang heute sowohl die Gänge wie auch die Höfe als liebevoll hergerichtete und üppig bepflanzte Wohlfühlinseln wahrgenommen, dort zu wohnen ist heute ein Traum und die Zustände im Mittelalter kaum vorstellbar.
Unser Bummel führte uns nach einem Eis-Stop noch zum Rathaus, einem beeindruckend großen, etwas düsteren und bei genauerem Hinsehen recht schiefen Bauwerk.
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| Lübecker Rathaus |
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| Drache am derzeit im Umbau befindlichen Figurentheater |
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Unmengen an Liebesschlössern auf der über die Trave führenden Liebesbrücke
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Danke Lübeck, das war ein sehr schöner Nachmittag!








Eis geht immer - und was ist mit Marzipan? :-)
ReplyDeleteTatsächlich war am Sonntag fast alles geschlossen. Selbst das Café, in dem wir waren, machte Recht zeitig zu. Nix mit Marzipan 🙄
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